Coaching Schulverpflegung

Mädchen mit Apfel in der Hand unterhält sich mit anderem Mädchen am Essenstisch.

© Getty Images

Das Coaching unterstützt Schulen dabei, ihre Mittagsverpflegung gesund und qualitätsbewusst zu gestalten.

Was und wie Kinder und Jugendliche essen und trinken, beeinflusst ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und Ernährungsverhalten. Die Schulverpflegung leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Sie kann Vorbild für eine gesunde Ernährung sein, die gut schmeckt, nachhaltig und ökonomisch ist. Immer mehr Schulen wollen ihr Mittagessen entsprechend gestalten. Die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Oberbayern Ost unterstützt sie dabei mit dem Coaching Schulverpflegung.

Coaching 2018/19 in Oberbayern Ost

In gemeinsamen Veranstaltungen erhalten die Teilnehmer Ideen und Anregungen, um die Bayerischen Leitlinien Schulverpflegung umzusetzen – von der Gestaltung der Speisepläne nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bis hin zu mehr Nachhaltigkeit. Zusätzlich begleiten Coaches die Einrichtungen ein Schuljahr lang vor Ort - gemäß dem Motto:
"Individuelles Coaching führt zu kreativen Lösungswegen."
Das Coaching startet im September 2018 und endet im Juli 2019.

Ansprechpartnerinnen

Martina Fink
AELF Ebersberg
Wasserburger Straße 2
85560 Ebersberg
Telefon: 08092 2699-181
Fax: 0049 8092 2699-140
E-Mail: poststelle@aelf-eb.bayern.de
Irmgard Reischl
AELF Ebersberg
Wasserburger Straße 2
85560 Ebersberg
Telefon: 08092 2699-131
Fax: 0049 8092 2699-140
E-Mail: poststelle@aelf-eb.bayern.de

Rückblick

Teilnehmende Schulen 2017/18 in Oberbayern Ost

Dominik-Brunner-Realschule, 85586 Poing

Gebäude Poing
Die Dominik-Brunner-Realschule wird derzeit von 626 Schülern und Schülerinnen besucht. Im Haus ist eine Mensa eingerichtet, die neben den eigenen Schülern auch noch von den Schülern und Schülerinnen der Anni-Pickert- Grund- und Mittelschule sowie dem Förderzentrum Seerosenschule genutzt wird. Insgesamt speisen jeden Mittag, zwischen 12 bis 13:30 Uhr, ca. 220 Kinder dieses Schulzentrums im Alter zwischen 5 bis 16 Jahren in der Mensa.

Herausforderung

Die Herausforderungen der Mittagsverpflegung an der Dominik-Brunner-Realschule sind vielschichtig: Es müssen Kinder von der 3. bis zur 10. Klasse aus drei unterschiedlichen Schultypen versorgt werden. Entsprechend verschieden sind die Erwartungen und Bedürfnisse der kleinen und großen Essensteilnehmer an das Essen, die Portionsgrößen und die Räumlichkeiten. Der Mensabereich ist auch als Durchgangsraum konzipiert, was eine ruhige Atmosphäre während der Essenszeiten erschwert.

Lösungen

Aufgeteilt auf vier Arbeitskreise (AK) haben sich Mitglieder des Essengremiums an die Arbeit gemacht.

  • Der AK "Mensa-Atmosphäre" hat durch neue Laufwege, andere Tischordnung und die Verlagerung der Tablettrückgabe für eine deutlich ruhigere Atmosphäre in der Essenszeit gesorgt.
  • Im AK "Wunschessen" wurde der Vorschlag des Mensapächters in die Tat umgesetzt: Seit dem Frühjahr 2018 dürfen sich Klassen der drei Schulen reihum an bestimmten Tagen ein Essen wünschen. Die Aktion kommt bei den Essensteilnehmern gut an und soll weitergeführt werden.
  • Der AK "Vorschule / Primastufe" sucht nach Lösungen, wie besser auf die Bedürfnisse der kleinsten Essensteilnehmer eingegangen werden kann. Im Juni wird das Team das Modell "Essen in der Tischgemeinschaft" mit den Kindern ausprobieren.
  • Im AK "Abläufe" wird zurzeit noch an der zukünftig idealen Verteilung der Klassen auf die verschiedenen Essensschichten getüftelt, um die Wartezeiten an der Ausgabe zu minimieren.
Mensa

Mensa

Da die drei Schulen sehr unterschiedliche Anforderungen und Bedürfnisse rund um die Mittagszeit zu managen haben, hat inzwischen jede der drei Schulen einen eigenen Verpflegungsbeauftragten berufen. In Arbeit ist aktuell noch, die Kommunikationsabläufe rund um Mensathemen innerhalb und zwischen den Schulfamilien zu professionalisieren.

Stimmen der Mitglieder des Essensgremiums

  • "Ich war anfangs sehr skeptisch und bin jetzt überrascht, was in dem Jahr passiert ist!"
  • "Ich freue mich über die positiven Rückmeldungen von Lehrern, Betreuern und Kindern."
  • "Den Kindern schmeckt’s besser und das Wunschessen kommt gut an."
  • "Ich hätte nie gedacht, dass so viel Arbeit hinter reibungslosen Mensaabläufen steckt."
  • "Ich hätte nie gedacht, wie viele Rädchen es zu drehen gibt."
  • "Toll, dass es so ein Coaching kostenfrei für die Schulen gibt."
  • "Unsere Kids haben bemerkt, dass es nun viel leiser ist."
  • "Wir werden unseren Stundenplan mehr an die Bedürfnisse der Mensa anpassen."
  • "Das Coaching war gut, um die vielen Bedürfnisse zu formulieren und auf den Punkt zu bringen."
  • "Es hat den Blick geschärft für die Abläufe in der Mensa."
  • "Das gemeinsame Hinschauen, auf das was läuft, und es zu bewerten, hat viel bewirkt."
  • "Ich empfand das Coachingjahr als sehr anstrengend. Es ist eigentlich eine Zumutung, was wir Schulen hier leisten müssen."
Gruppenbild der Coaching-TeilnehmerZoombild vorhanden

Urkundenverleihung am 12. Juli 2018 in Ebersberg

Dominik-Brunner-Realschule
Matthias Wabner
Seerosenstraße 13a, 85586 Poing
Coach: Claudia Osterkamp-Baerens

www.realschule-poing.eu Externer Link

Gymnasium Grafing, 85567 Grafing

Das Gebäude
Das Gymnasium Grafing besuchen rund 1.080 Schülerinnen und Schülern. Der Nachmittagsunterricht, das Wahlkursangebot sowie die Offene Ganztagsschule führen dazu, dass viele Kinder einen Großteil ihres Tages dort verbringen. Die Mittagsverpflegung spielt eine wichtige Rolle. Auch Kinder der Inklusionsklassen des Förderzentrums Steinhöring, die am Gymnasium Grafing als Schule mit dem Profil Inklusion untergebracht sind, essen in der Mensa. Die Schule möchte, dass sich die Schüler gesund und vollwertig ernähren und die Mensa ein entsprechendes Angebot hat. Als Umweltschule in Europa / internationale Agenda 21-Schule ist es zudem ein Anliegen, die Mensa zu stärken, um Imbissmüll zu reduzieren.

Ziele und Herausforderungen

In der Mensa des Gymnasium Grafing essen derzeit an 4 Tagen/Woche ca. 70 Person. Es gibt ein Tagesgericht und ein festes Angebot an Zusatzangeboten, allerdings wenig vegetarische Alternativen. In der Umgebung gibt es zahlreiche Möglichkeiten für die Schüler, an Imbissen etc. ein Essen außerhalb des Schulgebäudes zu bekommen.
Das Speisenangebot soll gesünder werden, Schüler- und Elternwünsche sollen berücksichtigen und das Angebot an Gemüse/Salaten für alle zugänglicher gemacht werden.
Zu den Stoßzeiten gibt es Warteschlangen und nicht immer eindeutige Hinweise, welche Speisekomponenten zum Tagesgericht gehören und welche zusätzlich gekauft werden müssen bzw. welche Speisen überhaupt zur Auswahl stehen.

Das neue Speisenangebot soll mit einer bis zwei Themenwochen eingeführt und unterstützt werden. Dabei sollen auch neue Kommunikationsmaßnahmen ergriffen werden, damit alle Gäste schon vorher informiert sind, welche Speisen zur Auswahl stehen. Damit sollen zum einen die Entscheidung für ein Essen in der Mensa erleichtert werden, andererseits die Speisenausgabe fließender und schneller gestaltet werden.

Lösungen

Die Anstellsituation vor der Speisenausgabe hat sich deutlich verbessert. Durch die Entnahme von drei Tischen verläuft die Schlange der anstehenden Schüler seitlich in der Mensa. So werden die Schüler, die bereits an den Tischen sitzen und essen, weniger gestört. Auch durch den neuen Standort des Abräumwagens sind die Wege geordneter und bringen Ruhe in die Mensa. Dressings werden so positioniert, dass der Weg zu und von der Kasse nicht behindert wird. Das Personal weist ausdrücklich darauf hin, dass verschiedene Komponenten (Obst oder kleiner Salat) im Menüpreis enthalten sind.
Grafische Darstellung der Laufwege in der Mensa

Alte Wege in der Mensa

Grafische Darstellung der Laufwege in der Mensa

Neue Wege in der Mensa

Im neuen Schuljahr plant die Schule den Stundenplan so zu gestalten, dass die Pausenzeiten versetzt sind, so dass sich die Stoßzeiten weiter entzerren werden. Das Essensgremium hat ein Verpflegungsleitbild diskutiert, erstellt und in einem Leistungsverzeichnis festgelegt, wie das Speisenangebot aussehen soll sowie Verantwortlichkeiten festgelegt. Ebenso wurde neu festgelegt, dass der Speiseplan auf der Website schon 14 Tage im Voraus einzusehen ist.
Für die Kinder der OGTS gibt es eine eigene Vorbestellliste für die gewünschten Essen.
Mit dem Verpflegungsleitbild hat die Schule u.a. festgelegt, dass eine tägliche vegetarische Alternative erhältlich ist.
Das Essensgremium wird weiterhin erhalten bleiben und mit dem Speisenanbieter eng zusammenarbeiten.
Gruppenbild der Coaching-TeilnehmerZoombild vorhanden

Urkundenverleihung am 12. Juli 2018 in Ebersberg

Stimmen zum Coaching
Paul Schötz (Schulleiter):
"Die Zusammenarbeit mit Frau Kasten war sehr angenehm und hat uns in jeder Hinsicht vorangebracht. Auch unser Imageproblem konnten wir mit Frau Kasten besprechen und Lösungen erarbeiten."

Andrea Arnoldussen (Elternbeirat): "Ich fand es gut, dass durch die Moderation unseres Coachs, Julia Kasten, alle Wünsche und Erwartungen an eine gut funktionierende Mittagsverpflegung an unserer großen Schule einmal “auf den Tisch” kamen und dass wir am Ende sogar im Essensgremium “Verpflegungsleitlinien” in schriftlicher Form erstellt haben, an denen sich ein zukünftiger Caterer orientieren kann und muss.“
Gymnasium Grafing
Paul Schötz
Jahnstraße 17, 85567 Grafing
Coach: Julia Kasten

www.gymnasium-grafing.de Externer Link

Otfried-Preußler-Schule Stephanskirchen, 83071 Rosenheim

Das Gebäude
490 Schülerinnen und Schüler besuchen die Grund- und Mittelschule. In der Grundschule gibt es eine verlängerte Mittagsbetreuung. Die Mittelschule hat ein offenes Ganztagesangebot.
Vor wenigen Jahren wurde im Mittelschulgebäude eine Mensa neu gebaut. Grundlage dafür war ein eigens erstelltes Konzept, welches den Schwerpunkt auf regionale, biologisch produzierte Lebensmittel und vor Ort Verarbeitung legte. Leider erwies sich dieses Konzept in der Praxis als nicht umsetzbar und unrentabel. Vor einem Jahr musste dann der Kooperationspartner gewechselt werden und seitdem wird die Mensa von der Hofmann Menümanufaktur mit tiefgefrorenem Essen beliefert. Jede Mahlzeit besteht entweder aus Vor- und Hauptspeise oder aus Haupt- und Nachspeise, wobei die zusätzlichen Speisekomponenten (Obst, Gemüse) zu 100 % biologisch sind, regional eingekauft und vor Ort verarbeitet werden.

Ziele und Herausforderungen

Speisenraum

Speisenraum

Den Schülern wird neben dem Hauptgericht alternativ nur eingeschränkt ein vegetarisches Gericht angeboten, da die Nachfrage auf ein bis zwei Schüler begrenzt ist. Beim Hauptgericht besteht derzeit leider noch keine Wahlmöglichkeit.
Das Essen schmeckt – darin sind sich fast alle Schüler einig. Auch einige Lehrer, einschließlich der Schulleitung, essen gerne in der Mensa. Lediglich die Lautstärke und der eher kahle Mensaraum trüben den Genuss. Auch sitzt man relativ eng beieinander und beim Speiseplan kann sicherlich auch noch das ein andere andere optimiert werden.
Die Essenszahlen schwanken je nach Wochentag zwischen 50 und 70 Essen. Die ersten Grundschüler kommen ab ca. 12:30 Uhr in mehreren Gruppen zum Essen, ab 13:10 Uhr dann die Mittelschüler. Die Essensausgabe endet um 13:30 Uhr.
Gebucht werden kann bis zum Vortag um 18:00 Uhr, bei Krankheit kann am gleichen Tag bis 08:00 Uhr abbestellt werden. Das Bestellsystem über Kitafino sorgt für eine geregelte Abrechnung, überfordert aber manche Eltern. Für die Kinder heißt es: "Ohne Chip kein Essen!" - für manche eine Herausforderung.
Der Speiseplancheck zeigt: 7 der 14 von der DGE festgelegten Kriterien werden bereits erfüllt. Nachbessern will die Schule vor allem beim Angebot von Vollkornprodukten und fettreichem Fisch. Auch mehr Abwechslung bei vegetarischen Gerichten ist gefragt. Außerdem wird überlegt, wie die Ernte aus dem Schulgarten das Angebot in der Mensa ergänzen könnte.
In der Mensa sollen sich alle wohlfühlen – die Gestaltung des Speiseraums und Verminderung des Geräuschpegels sind daher ebenfalls wichtige Ziele für dieses Schuljahr.

Lösungen

Vollkornnudeln und Naturreis schmecken den Schülern und stehen nun regelmäßig auf dem Speiseplan. Nur noch die beliebtesten Süßspeisen gibt es weiterhin, ansonsten kommen vegetarische Gerichte wie Linsencurry oder Gemüseschnitzel bei den Schülern gut an.
Kräuter und Blüten aus dem Schulgarten verfeinern nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch die Gerichte - gleichzeitig ein wertvoller Beitrag zur Ernährungsbildung.
Die ersten Veränderungen im Rahmen der Neugestaltung der Mensa sind schon sichtbar. Spätestens zum Ende des Schuljahres soll alles fertig sein.
"Da schmeckt's uns" ist das Motto für die Verpflegung an der Schule – die Leitlinien dazu sind bereits von Mitgliedern des Essensgremiums erstellt und auf der Website der Schule veröffentlicht worden.

Mehrere Maßnahmen haben bereits zu einer Verminderung des Geräuschpegels in der Mensa beigetragen:

  • In Konferenzen wurden die Grundschulkinder für das Thema sensibilisiert.
  • Die Lärmampel im Speiseraum erinnert sie immer wieder daran.
  • Kinder, die fertig mit dem Essen sind, dürfen zu zweit die Mensa verlassen.
  • Wachstuchtischdecken werden angeschafft, um das Klappern von Geschirr und Besteck zu verringern.

Stimmen zum Coaching

  • "Das Coachingprojekt hat alle Parteien an einen Tisch geholt und so konnten die Abläufe für alle passend optimiert werden. Gerade nach dem Neustart mit einem neuen Essensanbieter war dies sehr wichtig und gewinnbringend. Außerdem gelang durch die verbindlichen Zielsetzungen in kürzester Zeit eine optische Aufwertung unserer Schulmensa, was schon lange beabsichtigt war!" (F. Burggraf, Rektor)
  • "Als Verpflegungsverantwortliche der Mensa habe ich die kompetente, vermittelnde und freundliche Zusammenarbeit mit unserem Coach Frau Bernhofer sehr wertgeschätzt." (S. Sinnesbichler, Leiterin Mensa)
  • "Erfrischend und interessant, gut fürs schuleigene Netzwerk." (D. Sasjadvolk, Koordinator oGTS)
  • "Als Mama hab ich mich sehr darüber gefreut, dass es ein Coaching für die Schulverpflegung gibt, auch wenn meine Kinder bisher auch schon recht zufrieden waren. Ich habe den Eindruck, dass im gemeinsamen Gespräch erkannt wurde, wo Abläufe im Alltag weiter verbessert werden könnten. Es ist auch gut zu wissen, dass ernsthaft versucht wird, die Erkenntnisse der Coaching-Tage konkret umzusetzen." (T. Aschl, Schülermutter)
  • "Als Mama finde ich alles, was Ernährung für Kinder betrifft, sehr interessant und hochwichtig. Dass die Schule sich proaktiv mit dem Thema beschäftigt und Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert hat, fand ich sehr gut. Im Laufe dieses Projekts sind konkrete Aktionen unternommen worden und die ersten Erfolge können unsere Kinder schon sehen. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen die sich die Zeit genommen haben bedanken. Die Schule zeigt damit (und mit vielem anderen auch), dass das Wohl unserer Kinder an erster Stelle steht. Was wollen Eltern mehr …" (M.P. Ducharme, Schülermutter)
  • "Mich hat besonders interessiert, wie die Zusammenstellung des Essens eines Monats auszusehen hat. Man kennt natürlich in etwa die Regelungen, aber genau in Zahlen kannte ich das noch nicht. Vor allem die These, dass man 'fettreichen' Fisch braucht und welcher das ist, war mir neu. Somit kann man jede beliebige Mensa in etwa steuern, damit die meisten der vorgegebenen Kriterien erfüllt werden. Ich denke, dass man dies auch für die häuslichen Kochgewohnheiten brauchen kann (u.a fettreicher Fisch)." (A. Riedl, Lehrer)
Gruppenbild der Coaching-TeilnehmerZoombild vorhanden

Urkundenverleihung am 12. Juli 2018 in Ebersberg

Otfried-Preußler-Schule Stephanskirchen
Florian Burggraf
Schömeringerstr. 35, 83071 Rosenheim
Coach: Doris Bernhofer

ops-stephanskirchen.de Externer Link

Bayerische Landesschule für Körperbehinderte, 81547 München

Das Gebäude
Die Schule ist mit aktuell etwa 330 Schülerinnen und Schülern eine der größten für Körperbehinderte in Bayern. Die Einrichtung ist in stark miteinander verwobenen Abteilungen organisiert: eine Förderschule, eine Wirtschafts- und Berufsfachschule, ein 5-Tage-Internat, eine Therapieabteilung, eine Heilpädagogischen Tagesstätte und übergreifend die Verwaltung.

Ziele und Herausforderungen

In puncto Mittagsverpflegung kann sich die Bayerische Landesschule für Körperbehinderte eigentlich glücklich schätzen: Sie verfügt über eine gut ausgestattete eigene Küche, in der die knapp 1000 Mittagessen pro Woche vom hauseigenen Küchenteam frisch zubereitet werden können. Die Schulfamilie nimmt das Mittagessen in einem schönen, hellen Speisesaal ein. Im Coachingzeitraum möchte die Schulfamilie vor allem das aktuelle Speisenangebot noch stärker an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientieren und die teilweise unterschiedlichen Vorstellungen, wie das Verpflegungsangebot konkret aussehen sollte, diskutieren und zusammenführen.

Lösungen

Der intensivierte Austausch rund um die Verpflegung in der Landesschule hat viel in Bewegung gesetzt. Der Speiseplan-Check hat ergeben, dass vor allem der Vollkorn- und Gemüseanteil unter den empfohlenen Mengen liegt. Um hier Veränderungen zu schaffen, hat das Küchenteam mit viel Liebe und Engagement sofort mit Tests von neuen Gerichten begonnen. Um einen Überblick zu bekommen, wie diese bei den Schülerinnen und Schülern ankommen, führte das pädagogische Team im April eine Evaluation im Speisesaal sowie in den Tagesheim- und Wohngruppen durch. Die Beurteilung der Gerichte, auch der neuen vegetarischen Angebote, fiel überwiegend positiv aus. Das Küchenteam ist also auf dem richtigen Weg.
Zudem hat sich der Wunsch entwickelt, die Verpflegung nachhaltiger zu gestalten. Der Bioanteil soll schrittweise erhöht und der Umstieg auf Fleisch und Wurstwaren aus artgerechter Tierhaltung erreicht werden. Der Workshop zur Nachhaltigkeit in der Schulverpflegung des AELF hat die Schulfamilie in ihrem Streben bestärkt. Erste eigene Recherchen zu Umsetzungmöglichkeiten sind bereits erfolgt. Zudem ist gerade die Erstellung eines Verpflegungsleitbild in Arbeit, in dem die wichtigsten Ziele und Maßnahmen schriftlich gefasst sind. Es soll noch in diesem Schuljahr fertiggestellt werden.

Stimmen des Essensgremiums

  • "Der Speiseplancheck war für mich eine Enttäuschung, weil in meinen Augen recht banale, selbstverständliche Punkte abgeprüft werden."
  • "Die Detaildiskussionen später im Gremium waren dann sehr interessant und gut."
  • "Es war interessant, auf was wir gestoßen sind. Ich bin sehr motiviert und freue mich auf die Umsetzung unserer Pläne im neuen Schuljahr."
  • "Das ganze Haus bemerkt, dass an der Verpflegung gearbeitet wird."
  • "Bei der Ernährung gehen die Meinungen weit auseinander. Deshalb ist das Verpflegungsleitbild super. Es bildet ab, was wir wollen und alle ziehen jetzt an einem Strang."
  • "Das Coaching hat bewusst gemacht, was wir für eine Verantwortung haben. Es ist erstaunlich, welche Kreise das dann zieht."
  • "Durch das Coaching weiß ich jetzt, wie hier im Haus gekocht und in der Küche gearbeitet wird."
  • "Es gibt jetzt mehr Gemüse in der Mensa. Ich gehe aber trotzdem noch immer gerne zum Essen hin."
  • "Ich bin mir nicht sicher, ob ich dem Coaching zugestimmt hätte, wenn ich vorher gewusst hätte, was kommt. Das Leitbild kann ich aber gut mittragen."
Gruppenbild der Coaching-TeilnehmerZoombild vorhanden

Urkundenverleihung am 12. Juli 2018 in Ebersberg

Bayerische Landesschule für Körperbehinderte
Christian Albrecht
Kurzstr. 2, 81547 München
Coach: Claudia Osterkamp-Baerens

www.baylfk.com Externer Link

Montessori Volksschule, 85445 Aufkirchen

Gebäude Montessori
In der Schule lernen ca. 250 Schüler und Schülerinnen von der 1. bis zur 10. Klasse und verbringen durch das Nachmittagsangebot im Zuge der offenen Ganztagsschule einen Großteil des Tages. Das Mittagessen ist ein wichtiger Bestandteil des Schultages. Die Schülern sollen ein gesundes, ausgewogenes Mittagessen erhalten. In Zukunft soll mehr Wert auf regionale und biologische Produkte gelegt werden.
Als UNESCO-Schule und Fairtrade-School setzt sich die Schule ein, nachhaltig mit Ressourcen und wertschätzend mit Mensch und Natur umzugehen. Der von Schülern selbstverwaltete Schülerladen mit fair gehandelten und selbst hergestellten Produkten ist täglich für alle Schüler und Lehrer geöffnet.

Herausforderungen

Im Kiosk der Schule wird täglich von Fachpersonal für 80-120 frisch Personen gekocht. Die Kapazitätsgrenze ist erreicht. Die Schule ist seit Sommer 2017 eine anerkannte Fair-Trade Schule. Mit Hilfe des Coachings soll das Schulessen an die Fair-Trade Standards angepasst sowie ein Verpflegungsleitbild entwickelt und definiert werden.

Lösungsansätze

Es wird eine Verpflegungsbeauftragte benannt und ein Essensgremium mit Köchin, Vertreter der Fair-Trade Arbeitsgruppe, Elternvertreter, Schüler, Geschäftsführung und Mitglieder des Aufsichtsrats gegründet. Alle an der Schulverpflegung Beteiligten sitzen an einem Tisch.
Im Mittelpunkt des Coachings steht die Entwicklung eines eigenen Verpflegungsleitbildes, das mit großem Elan und Arbeitseinsatz von Mitgliedern des Essensgremiums formuliert wird.
Der Speiseplancheck wird im Essensgremium ausführlich diskutiert. Viele Empfehlungen der DGE werden erfüllt. Auf dem Speiseplan sollen in Zukunft mehr frisches Obst als Nachspeise, (z.B. als Rohkost geschnitten), ein höherer Anteil an Vollkornprodukten und mehr Fisch stehen. Insgesamt soll es mehr vegetarische Speisen geben und gerne auch mal ein neues Gericht ausprobiert werden.
Der Wochenspeiseplan soll ein neues Layout bekommen und auf der Homepage der Schule veröffentlicht werden.
Die Qualität der angebotenen Verpflegung soll durch den Einsatz von Bio- und Fairtrade Produkten erhöht werden. Es werden regionale Lieferanten gesucht. Zuerst soll die Zwischenverpflegung umgestellt werden und im nächsten Schritt die Mittagsverpflegung. Der Essenspreis soll dementsprechend angepasst werden.

Lösungen

Es ist ein zum Schulleitbild passendes Verpflegungsleitbild vom Essensgremium definiert worden.
Die Zwischenverpflegung ist auf regionale Lieferanten und Bioprodukte umgestellt worden. Bei der Mittagsverpflegung ist ein Anfang gemacht.
Der Speiseplan ist optimiert worden und wird nun wöchentlich in neuem Layout auf der Schulhomepage online gestellt.
Es gibt nun auch Obst als Rohkost, bei Nudeln und Reis wird der Vollkornanteil zunehmend erhöht. Es gibt mehr Fisch und neue vegetarische Gerichte werden ausprobiert.
Ungesüßte Getränke können am Kiosk gekauft werden oder werden den Schülern in der Mittagsvilla zur Verfügung gestellt.

Stimmen des Essensgremiums

  • "Die Fülle aller Aspekte der Essensgremiumteilnehmer ist beeindruckend und die Möglichkeit für alle über den Tellerrand zu schauen ist bereichernd."
    (Schulverpflegungsbeauftragte)
  • "Das Bewusstsein für eine hochwertige Ernährung wurde bei den Kindern sehr gesteigert. Der neue Pausenverkauf kommt gut an und die Fragen zur Mittagsverpflegung häufen sich."
    (Köchin)
  • "Highlight war für mich, dass durch das Coaching das Thema Mittagsverpflegung an unserer Schule fundiert und nachhaltig angegangen wurde. Es wurden Dinge sofort umgesetzt und vieles auf den Weg gebracht."
    (Elternvertreter)
  • "Durch das Schulverpflegungscoaching sind zu Beginn viele unterschiedliche Interessen und Vorstellungen der Beteiligten klar geworden. Mir hat sehr gut gefallen, dass durch die Arbeit am Verpflegungsleitbild ein gemeinsames Ziel fokussiert werden konnte und das Projekt 'Essensangebot an unserer Schule' an Klarheit gewonnen hat."
    (Elternvertreter)
  • "Ein Schulessen mit fairen, regionalen und Bioprodukten ist mir eine Herzensangelegenheit. Deshalb freue ich mich sehr, dass diese schon fester Bestandteil der Zwischenverpflegung sind."
    (Fairtrade-School-Team Mitglied)
Gruppenbild der Coaching-TeilnehmerZoombild vorhanden

Urkundenverleihung am 12. Juli 2018 in Ebersberg

Montessori Volksschule
Ulrike Reinhardt
Pfarrer-Mittermair-Str.75, 85445 Aufkirchen
Coach: Brigitte Hepting

www.montessori-erding.de/schule Externer Link

Dorfschule Walchensee, 82432 Walchensee

Gebäude Dorfschule
Die staatlich anerkannte Dorfschule in Walchensee ermöglicht 41 Kindern ein Lernen und Leben in idyllischer Umgebung. Die kleine Dorfschule erfüllt den Bildungs- und Erziehungsauftrag für Kinder aus Walchensee, aber auch aus anderen Gemeinden / Landkreisen. Das besondere Schulkonzept bietet nicht nur einen musikalischen Schwerpunkt und eine nahtlose optionale Nachmittagsbetreuung mit frisch zubereiteten Mahlzeiten, sondern ermöglicht eine enge Vernetzung mit dem hauseigenen Kindergarten.

Ziele

Speisesaal
Die Schule möchte ihrem hohen Anspruch an das Speisenangebot mit dem Coaching noch größeren Nachdruck verleihen. Sie strebt eine Zertifizierung bei der DGE an und wünscht sich Unterstützung bei der Speiseplangestaltung, der Lebensmittelauswahl, den Nährstoffzusammensetzungen, Getränkeangeboten sowie der schonenden Zubereitung der Speisen. Dafür sollen die Mitarbeiter sensibilisiert werden und die Informationen sollen in die erzieherischen Themen des pädagogischen Personals einfließen.
Auch der Schulgarten soll noch mehr in die pädagogische Arbeit zum Thema "Verpflegung" eingebunden werden.

Herausforderungen

Der Speiseplan-Check ergab bereits eine sehr gute Auswertung der geforderten Kriterien.
  • Milch und Milchprodukte sollten noch erhöht werden.
  • Insgesamt könnte der Fettgehalt der Speisen etwas reduziert werden.
  • Vollkornprodukte fehlen leider noch vollständig auf dem Speiseplan.
  • Eine Herausforderung besteht für das Küchenpersonal darin, die administrativen Aufgaben im Rahmen der Speiseplanung mit zu leisten. Ein Speiseplan muss gut überlegt sein und die regelmäßige Auswertung kostet Zeit.
  • Außerdem sollen die Eltern mehr in das Thema "Verpflegung und Ernährung" eingeführt werden um hier die Information und auch die Akzeptanz noch zu erhöhen.
  • Besonders sollen die Eltern in das Thema eingeführt werden, um auch eine gesunde Pausenverpflegung (die die Eltern ihren Kindern mitgeben) zu erreichen und mit der gesundheitsförderlichen Mittagsverpflegung mehr zusammenzuarbeiten.
  • Es soll Projekte für die Kinder geben um mehr über Lebensmittel und gesunde Ernährung zu erfahren. Auch der Schulgarten könnte noch mehr in das Thema „Verpflegung“ mit einfließen. Da der Lehrplan bereits sehr voll ist, wird dies nicht einfach im Jahresverlauf mit einzubinden sein.

Lösungen

Koch in seiner Küche
Bereits zu Beginn hatte die Verpflegung in dieser Schule einen sehr hohen Standard erreicht. Die Speisen werden selber im Hause zubereitet. Die Küche liegt direkt neben dem Speisesaal. Meist geben die Küchenmitarbeiter selber das Mittagessen an die Kinder aus.
Mit Hilfe des Speiseplan-Checks wurde ermittelt, dass bereits von Anfang an der angebotene Speiseplan ein sehr gutes Ergebnis erreichte.

Im Laufe des Coaching-Prozesses haben weitere kleine Veränderungen Einzug in den aktuellen Speiseplan gehalten:

  • Fette werden weniger eingesetzt.
  • Vollkornprodukte kommen mehr zum Einsatz und werden von den Kindern gut angenommen.
  • Der Anteil an Milch und Milchprodukten konnte noch erhöht werden, indem nun mehr Nachspeisen mit diesen Produkten angeboten werden.
  • Es wird kaum noch Frittiertes angeboten. Der Konvektomat kommt immer mehr zum Einsatz.
  • Der Lebensmittelabfall wird detaillierter betrachtet. Es kommen nun mehr "Reste-Essen" auf den Speiseplan.
  • Die Geschmacksvielfalt hat sich noch mehr erhöht.
  • Der Speiseplan wird regelmäßig mit dem Auswertungsprogramm überprüft. Dies fällt nun sehr leicht und ist zur Routine geworden.
  • Beim Einkauf wird noch mehr auf Regionalität geachtet.
  • Küche kauft bereits von Beginn an zu einem sehr hohen Prozentsatz die Waren in Bio-Qualität ein. Hierzu beschäftigt man sich nun intensiv mit der Bio-Zertifizierung für diese Einrichtung. Die Zertifizierung der DGE wird für einen späteren Zeitpunkt angedacht.

Grundsätzlich sind dem Essensgremium folgende Themen zur Ernährung/Verpflegung von besonderer Bedeutung:

  • Partizipation aller Beteiligten
  • Wertevermittlung: Erziehungsauftrag "gesunde" Ernährung
  • "Überzeugung statt Notwendigkeit" ist das Motto.
  • Wertschätzung bei Eltern und Kindern ist allen besonders wichtig.
  • In Gemeinschaft "essen" lernen – Rituale werden wichtig genommen.
  • Gesund, nahrhaft, lecker und ausgewogen soll das Essen sein.
  • Die Erstellung eines Verpflegungsleitbildes soll in naher Zukunft stattfinden.
  • Auch über eine gesunde Pausenverpflegung, die von den Eltern mitgegeben wird, soll noch intensiver diskutiert werden und somit die Zusammenarbeit zwischen Schule/Kita und Eltern intensiviert werden.
Ernährungsbildung
Die Beschäftigung mit dem Thema Ernährung und Lebensmittel ist immer ein wichtiges Thema in dieser Schule. Zum Beispiel finden einmal pro Woche am Nachmittag Koch-Projekte mit dem Koch selber in der Küche statt und es gibt einen großen Schul-Garten, der regelmäßig von allen Kindern betreut wird. Das hier geerntete Gemüse wird dann auch in der Küche verwendet.

Stimmen zum Coaching

  • Armin Ebersberg (Gesamtleiter): "Der Coachingprozess ist für unsere Schulküche eine sehr gut nutzbare Chance, die ohnehin schon sehr hohe Qualität der Verpflegung nach den Richtlinien der DGE noch zu verfeinern. Die aus dem Prozess gewonnenen Erkenntnisse bilden eine gute Grundlage, den Kinder und Eltern gegenüber die Wertigkeit unseres Essensangebotes zu kommunizieren."
  • Francesco Piva (Küchenleiter): "Unser Speiseplan wird nun mit dem Excel-Programm immer mal wieder zur Kontrolle ausgewertet. Damit ist die Ausgewogenheit und die Geschmacksvielfalt noch größer geworden. Durch den Workshop zur „Nachhaltigkeit“ hat sich bei uns die Bekanntheit der verschiedenen Bio-Siegel erhöht. Wir achten beim Einkauf nun noch mehr auf Regionalität."
  • Helga Zahler (Küchenmitarbeiterin): "Der Coaching-Prozess hat die Aufmerksamkeit/das Bewusstsein für die Themen rund um die Ernährung und ihre Bedeutung im Erziehungsprozess der Kinder bei allen Beteiligten erhöht."
UrkuGruppenbild der Coaching-TeilnehmerZoombild vorhanden

Urkundenverleihung am 12. Juli 2018 in Ebersberg

Dorfschule Walchensee
Dr. Bernhard Wirth
Kastanienallee 1, 82432 Walchensee

dorfschule-walchensee.de Externer Link